Wenn dein Kind nur zu einem Elternteil will: Was du tun kannst

Kinder entwickeln oft eine besonders starke Bindung zu einer Hauptbezugsperson. In vielen Fällen ist das die Mutter, besonders in den ersten Lebensjahren. Gründe dafür können sein:

  • Gewohnheit: Wenn ein Elternteil von Anfang an die Hauptverantwortung für bestimmte Rituale übernimmt, erwartet das Kind diese Verlässlichkeit weiterhin.

  • Feinfühligkeit: Kinder spüren, wenn ein Elternteil sich unwohl dabei fühlt, Aufgaben abzugeben. Das kann dazu führen, dass sie sich unbewusst gegen eine Veränderung sträuben.

  • Entwicklungsschritte: Gerade in Phasen der Trennungsangst oder des Wachstumsschubs brauchen Kinder mehr Sicherheit – und suchen diese oft bei der Hauptbezugsperson.

Wie kannst du die Situation verändern?

  1. Akzeptiere die Situation: Nimm an, dass dein Kind gerade eine starke Bindung zu einem Elternteil hat. Das ist ein normaler Entwicklungsschritt und kein Zeichen dafür, dass der andere Elternteil weniger wichtig ist.

  2. Finde heraus, warum du dich schwer tust, Kontrolle abzugeben: Viele Eltern – insbesondere Mütter – haben das Gefühl, dass niemand die Dinge so gut erledigen kann wie sie selbst. Diesen Gedanken zu hinterfragen und loszulassen, kann ein wichtiger erster Schritt sein.

  3. Kleine Schritte statt große Veränderungen: Anstatt das Kind plötzlich alleine dem anderen Elternteil zu überlassen, könnt ihr Rituale gemeinsam gestalten. Bringt euer Kind zusammen ins Bett oder übergebt Aufgaben langsam und schrittweise.

  4. Dem Kind Sicherheit geben: Kinder brauchen Zeit, um sich an Veränderungen zu gewöhnen. Bleibt geduldig und gebt eurem Kind die Möglichkeit, sich langsam an eine neue Routine zu gewöhnen.

  5. Druck rausnehmen: Es ist vollkommen in Ordnung, wenn dein Kind in bestimmten Phasen mehr Nähe zu einer Person sucht. Mit der Zeit wird es lernen, dass beide Elternteile verlässliche Bezugspersonen sind.

Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

Falls die Situation zu großem Stress führt oder du dich überfordert fühlst, kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Manchmal hilft ein neutraler Blick von außen, um Lösungen zu finden.

Wenn du Fragen hast oder Unterstützung suchst, kontaktiere mich gerne. Gemeinsam finden wir Wege, wie du mehr Entlastung bekommst und dein Kind lernt, dass beide Elternteile für es da sind.

Fazit: Es ist völlig normal, dass Kinder Phasen haben, in denen sie sich nur von einem Elternteil beruhigen lassen. Wichtig ist, die Situation anzunehmen, schrittweise Veränderungen einzuleiten und dem Kind Zeit zu geben. Mit Geduld, Vertrauen und kleinen Anpassungen könnt ihr gemeinsam eine Lösung finden, die für alle funktioniert.

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